Content Marketing, Storytelling

Storytelling ist so alt wie die Höhlenmalereien

Storytelling ist in aller Munde. Dabei ist das Konzept dahinter so alt, wie unsere Sprache. Ist das Konzept veraltet?

Bei der Büroeinweihung einer Agentur in Zürich diskutierte ich mit einem ihrer Kunden. Er erklärte mir stolz, dass bei ihm im Betrieb nun Storytelling angewendet werde. Es sei im Moment der „heisse Scheiss“. Ob ich mir der Wirkung von Storytelling bewusst sei, weil „es die Zukunft ist“, fragte er. Ich nickte und holte mir noch ein Bier.

Was ist Storytelling?

Übersetzen wir das Wort zuerst doch einmal ins Deutsche. Klar, das ist nicht schwierig: Geschichten erzählen. Aber müssen wir als Firma den Kunden Geschichten erzählen? Reicht es nicht, das Produkt zu bewerben? Nicht wirklich – sonst hätte das Marketing nicht die wichtige Stellung, die es heute geniesst. Geschichten bringen bei uns Emotionen hervor. Emotionen helfen unserem Gehirn, Information besser zu verarbeiten. Höre ich zum Beispiel ein Lied, das mir gleich beim ersten Mal Hören gefällt, weiss ich auch Jahre später noch, an welchem Ort das war und was ich da genau gemacht habe.

Was ist daran so toll?

Storytelling ist also ein mächtiges Instrument, um Information effizient zu vermitteln. Aber wieso sprechen nun alle davon? Es ist eigentlich ganz einfach: Storytelling macht als Kommunikationstool für sich selbst Werbung. Wenn mir der eingangs erwähnte, enthusiastische Kunde der Agentur erklärt, wie toll Storytelling ist und wie er es in seiner Firma einsetzt, ist das bereits Storytelling – und eben gleich auch noch Werbung dafür. Ein unaufhaltbarer Kreislauf.

Dieser Kreislauf besteht bereits seit wir Menschen in der Lage sind, zu  kommunizieren. Man könnte also sagen, das Storytelling ist so alt wie die Höhlenmalereien.