Content Marketing, Storytelling

Was ist Storytelling?

Kommunikation ist in unserer Gesellschaft das A und O, ohne Kommunikation gäbe es keine Gesellschaft, wie wir sie heute kennen. Storytelling spielt dabei eine wichtige Rolle.

Bei solchen Ausdrücken ist es immer sinnvoll, zuerst das Wort ins Deutsche zu übersetzen. Hier ist es einfach: Geschichten erzählen. Jemand nutzt also das Geschichtenerzählen, um Informationen zu vermitteln. Aber wieso? Könnte man nicht einfach die Information weitergeben, anstatt eine Geschichte darum herum zu bauen?

Informationen sollen möglichst effizient und ohne Lücken beim Rezipienten ankommen. „Leider“ funktioniert unser Gehirn nicht wie ein Computer. Jede Sekunde unseres Wachzustands plätschern neue Informationen in unser Gehirn. Dieses muss nun entscheiden, was wir für später noch benötigen und was nicht – was also wichtig erscheint und was nicht. Wie ein Algorithmus, der Beiträge auf einer sozialen Plattform wie etwa Facebook, gewichten muss. Für unseren Alltag ist das sehr nützlich. „Leider“ können wir unserem Gehirn aber nicht sagen: „Das musst du dir jetzt ganz gut merken“. Auch hier muss aus der Marketingperspektive das leider in Anführungszeichen gesetzt werden. Denn mit ein paar Tricks können wir dem Gehirn unbewusst mitteilen, dass etwas wichtig ist.

Storytelling als Memory-Methode

Es gibt verschiedene Tricks, wie wir uns etwas besser behalten können. Viele dieser Tricks spielen mit unserem emotionalen Gedächtnis. Mögen Sie sich noch an ihren ersten Kuss erinnern? An die erste Fahrstunde? Oder die Geburt des eigenen Kindes? Wahrscheinlich ohne Problem. Aber zählen Sie mal auf, was sie heute vor einer Woche am Mittag gegessen haben. Eben. Wäre an diesem Mittag aber etwas aussergewöhnliches passiert, dann wüssten Sie’s vielleicht noch. Mit Storytelling lassen sich solche emotionale Momente mit Information verbinden.

Für Zurich-Montreal habe ich eine kurze Geschichte geschrieben, die das Produkt – in Servierboys umgebaute Überseekoffern – umschreibt:

London, Sommer 1944. Die junge Hermine sitzt in der Hauptstadt Englands fest, möchte seit Monaten zurück in die Schweiz. Die Nazis verhindern die Abreise immer wieder mit Luftangriffen. Dann, eines Morgens, ergibt sich eine einmalige Chance – sie reist mit einem Wasserflugzeug nach Lissabon und fährt von dort über Spanien und Frankreich mit dem Zug in die Schweiz. Steter Begleiter auf dieser langen Reise ist ihr Überseekoffer, in dem sie das Nötigste mitführt.

Nun gibt es Geschichten, die sich gut einprägen und solche, die wir uns weniger gut merken können. Beliebt sind Bibelgeschichten wie etwa David und Goliath. Sie sind uns bereits bekannt und deshalb fällt es uns leichter, sie zu behalten. Eine typische Anwendung von David und Goliath findet sich im Journalismus: Die Gewerkschaft geht gegen den Grosskonzern XY vor oder Der Superleague-Club FC St.Gallen trifft auf den 1. Ligist FC Linth. Hier wird sofort das Bild von klein gegen gross vermittelt. Neben David und Goliath gibt es natürlich noch zahlreiche andere Formen.

Fazit

Storytelling ist das Erzählen von Geschichten, um Informationen erfolgreich vom Sender zum Empfänger zu übermitteln. Dabei spielt die Emotion eine wichtige Rolle. Storytelling kann in den verschiedensten Formen und Medien angewendet werden – sei dies Video, Bild, Text, Ton, etc. Dank des Internets entstehen immer wieder neue, interessante und vor allem interaktive Formen. 


Titelbild: Albert Anker, Grossvater erzählt eine Geschichte.